Berner Sennenhund Karlos

Karlos vom Kaltenborner Wäldchen

geboren am 26.09.2008
aus gesundheitlichen Gründen kastriert

Über Karlos

Als Karlos am 30.November 2008 zu uns kam, musste ich schnell lernen, dass nicht alle Berner-Babys so pflegeleicht und unkompliziert sind, wie es unser Bastie war. Dieser kleine süße Wonneproppen hatte Unarten an sich, die ich allesamt nur aus Erzählungen kannte. Weshalb ich ihn dann kurzer Hand umtaufte auf „Der Teufel mit den drei weißen Fusseln“. Außerdem war ihm körperliche Nähe dermaßen unangenehm, dass ich ihm das Kuscheln erst nach und nach beibringen musste. Doch auch das haben wir geschafft. Heute ist er ein ganz lieber, anhänglicher Bär, der gern mit uns in die Natur geht, sich gern mal durchschrubbeln lässt aber dann auch wieder seine Ruhe will. Dann aber immer zu unseren Füßen, ganz nach dem Motto „Ein Berner liegt selten gern warm aber immer gern im Weg“.

Karlos Baby Collage

Als wir ihm im Dezember 2013 plötzlich unsere Irmel vor die Nase setzten, war er wohl doch etwas geschockt. Und man hat ihm schon manchmal angesehen, dass er sie wohl gern wieder weggehext hätte, wenn es ihm möglich gewesen wäre. Sie hat es ihm aber auch nicht leicht gemacht. Aber er war sehr tolerant und geduldig und hat ihr fast alles durchgehen lassen. Überall hat er nachgegeben, ihr das Feld geräumt, sogar Fressbares hat er an sie abgetreten.

Und so ist es heute noch.

Das heißt aber nicht, dass er seinem zweiten von mir bekommenen Namen nicht mehr alle Ehre macht. Ein Schlitzohr kann er auch heute noch sein, dann schaut er mich mit den gleichen Blick an, den er als Welpe schon drauf hatte.

Hoffentlich können wir, trotz seiner Rückenprobleme, noch viele schöne Jahre miteinander verbringen.

 

Karlos erzählt

Hallo Freunde der Berner Sennenhunde,

nachdem es hier auf diesen Seiten wohl hauptsächlich um unseren kleinen Wildfang Irmel geht, möchte ich euch auch mal was über mich erzählen und außerdem muss ich mir ein paar Sachen von der Seele reden.

Also, ich bin Karlos und lebe seit November 2008 bei meiner Familie in Blechhammer. Mein Vorgänger war gerade gestorben und ich sollte Frauchen helfen die schwere Zeit etwas leichter zu überstehen, was mir nicht immer gelungen ist, weil ich ganz schön viel Dummheiten gemacht habe. Aber schließlich musste ich mich im neuen Zuhause auch erst zurecht finden. Ich hatte doch keine Ahnung, was man hier durfte oder nicht. Also konnte ich nur austesten. Zugegeben, bei manchen Sachen testete ich ganz schön lange. Frauchen hat oft geweint, aber dann kam ich, machte irgendeinen Blödsinn und schon hörte sie auf damit. Sie hatte ja nun erst mal keine Zeit mehr dazu. Doch manchmal weinte sie hinterher noch heftiger als vorher. Heute sind wir ein gutes Team, haben uns richtig sehr lieb und wenn ich heut einen Unfug mache, bring ich mein Rudel damit fast immer zum Lachen. Wir hatten unseren Rhythmus gefunden, ich war mit Frauchen den ganzen Tag allein, wir gingen gemütlich spazieren und kuschelten miteinander. Gut, Kuscheln ist jetzt nicht unbedingt mein Ding, bin ja auch ein Mann, aber Frauchen zu Liebe mach ich halt mal mit. Und so vergingen fünf Jahre unseres Leben viel zu schnell aber schön. Und plötzlich änderte sich alles. Auf einmal fuhren wir an die Ostsee in den Urlaub, wo doch meine Leute immer von den Bergen schwärmen und wir auch immer dorthin gefahren sind! Damals hatte ich ja noch gar keine Ahnung, was da auf mich zurollte. Diesen Ritt in den Norden machten wir im folgenden Herbst noch drei mal. Ich sage euch, das war ein Stress, wo ich doch gar nicht so gerne Auto fahre. Und dann bin ich fast aus dem Pelz gehüpft! Beim letzten Besuch dort, stellten die mir so ein kleines Fellknäul vor, dass auch sofort auf mich losstürmte, ohne Berührungsängste und Respekt, keinerlei Achtung vor dem Alter. Ich habe diese Rotznase einfach erstmal ignoriert und bin meiner Wege gegangen. Hab getan, als ging mich das alles gar nichts an. Ich hatte ja immer noch keine Ahnung!!! Als aber meine Leute später dann mit diesem Zwerg zu mir ans Auto kamen, hab ich mich vor lauter Schreck in der Hundebox, die übrigens sonst nie in unserem Auto war, versteckt, ungeachtet dessen, dass sie für mich eigentlich viel zu klein war und ich auch sonst nie freiwillig da rein bin. Aber ungewöhnliche Situationen erfordern ungewöhnliche Maßnahmen. Und es kam, wie es kommen musste, sie verschleppten diesen Firlefanz namens Irmel zu uns nach Blechhammer. Von nun an war es mit der Ruhe und Gemütlichkeit vorbei. Nachts konnte man nicht mehr durchschlafen, nichts konnte man mehr rumliegen lassen, mein ganzes Spielzeug, das ich so geschont habe, ist ihr innerhalb kürzester Zeit zum Opfer gefallen. Sogar meine Fresschen hat sie mir weggenommen. Beim Futter hat Frauchen immer genau aufgepasst, dass sie mich nicht von meiner Schüssel vertreibt. Ich fress halt auch schön langsam und genieße dabei, soll ja auch gesünder sein. Irmel hat alles inhaliert, als wäre es das Letzte was sie bekommen würde. So was habe ich vorher noch nie gesehen!  Das Schlimmste war ihre Zwickerei, ständig wollte sie kämpfen und kabbeln. Die kleinen spitzen Zähne haben mich oft aufschreien lassen. Ständig hat sie an mir herum gezerrt, mich in Ohren, Lefzen, Hals, Füße und Rute gebissen. Meine Brust und mein Hals waren laufend nass gesabbert und verklebt. Und meine Rute, ihr glaubt es nicht, sah aus wie ein alter Reisigbesen, fast kein Fell mehr daran. Normalerweise trage ich sie schön hoch, ist ja auch der Stolz eines jeden Berner-Rüden. Aber so wie die aussah, konnte man sich nur noch schämen dafür. Manchmal hab ich mich tot gestellt, in der Hoffnung sie lässt ab von mir. Falsch gedacht! Sie hat sich dann in meinem Brustfell festgebissen und mich mit meinen fast 50kg einfach über den Boden gezerrt. Wenn Frauchen nicht immer wieder eingegriffen hätte, wäre ich wohl irgendwann ein Nackthund mit kupierten Ohren und Rute gewesen. Manchmal habe ich gehofft, dass eine gute Fee vorbei kommt und mir wenigstens einen Wunsch erfüllt. Ich bin halt ein gutmütiger Bär, der geduldig ist und fast alles über sich ergehen lässt. Doch letzthin habe ich dieses Foto von mir gesehen, da war ich voll erschrocken wie furchteinflößend ich aussehen kann, wenn mir unsere kleine Hexe zu sehr auf den Wecker geht.

Ich mache Irmel eine Ansage, eine mit Blitz und Donner!

Ich mache Irmel eine Ansage, eine mit Blitz und Donner!

 

Da war Irmel sogar kurz beeindruckt, aber halt nur kurz. Ich glaube, Irmel weiß ganz genau, dass ich ihr nie etwas tuen würde, ansonsten würde sie nie ihre Spiele so mit mir treiben. Weil ich eben doch ein Gentlemen bin! Aber sie ist auch schon etwas ruhiger geworden, seit sie diese Zeiten hat, in denen sie so unwiderstehlich gut riecht. Und in diesen Zeiten pass ich sehr genau auf sie auf. Und wenn sie mal nicht da ist, fehlt sie mir dann doch. Was ich absolut genial finde, ist wenn sie mir die Ohren putzt. Frauchen sagt immer, ich könnte Irmels Ohren auch mal waschen, aber wir wollen´s mal nicht übertreiben. Schließlich bin ich ja ihr Boss. So nun ist es doch passiert. Ich habe tatsächlich etwas Gutes über Irmel gesagt. Eigentlich wollte ich euch erzählen, dass ich ganz schön bedauernswert bin, seit dieser Fitzefatz bei uns eingezogen ist. Doch wenn ich ehrlich bin, finde ich es gar nicht so schlecht, wenn man das Grundstück nicht allein bewachen oder Nachbars Katzen vertreiben muss. Zu zweit macht`s viel mehr Spaß auf unserem Damm am Fluss zu sitzen und das Gelände zu checken. Außerdem hab ich mir unsere Irmel ja auch schon ein bischen erzogen!!!

Euer Karlos